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Lidfehlstellung (Ptosis) und Schlupflider

Eine Lidfehlstellung führt meist zu Beschwerden beim Öffnen oder Schließen des Augenlides. Oft stellt dies auch ein ästhetisches Problem für die Patienten dar.

Als Ektropium bezeichnet man eine Auswärtsdrehung des Lidrands und das Abstehen vom Augapfel. Als Entropium bezeichnet man ein nach innen gedrehtes Augenlid. Es können sowohl die Unterlider als auch die Oberlider davon betroffen sein. Wobei es sich häufiger um eine Fehlstellung des Unterlides handelt. Diese Lidfehlstellungen können nicht spontan abheilen und werden sich eher mit der Zeit verschlechtern. Das betroffene Auge ist dann gereizt, da die Wimpern des Lides in ständigem Kontakt mit der Hornhaut sind oder weil das Auge nicht komplett schließt und die Befeuchtung der Augenoberfläche gestört ist. Typische Symptome sind Schmerzen, Rötung der Augen, vermehrter Tränenfluss und Lichtscheu. Bleibt eine solche Lidfehlstellung über längere Zeit unbehandelt, so können dadurch schwere Entzündungen der Hornhaut und Vernarbungen auftreten.

Hauptursache für das Einwärts- oder Auswärtsdrehen der Lider sind Alterungsprozesse der Haut, der Muskulatur oder des Bindegewebes sowie Verlust des Muskeltonus durch fehlende Innervation wie bei einer Fazialisparese/ Gesichtslähmung. Aber auch Narbenbildung im Bereich der Bindehaut oder der Lidhaut kommen als mögliche Ursachen in Frage. Die Kenntnis der wahrscheinlichen Ursache ist für die Wahl der richtigen Operationstechnik entscheidend.

Die Korrektur des Entropiums/Ektropiums erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung. Je nach Ursache stehen uns verschiedene Operationstechniken zur Verfügung, um die Lidfehlstellung erfolgreich und dauerhaft zu beheben. Je nach Operationstechnik werden die Fäden nach 7-14 Tagen entfernt. Und in den ersten Wochen pflegende oder antibiotische Augensalben verordnet.

Ptosis

Die angeborene Ptosis beruht zumeist auf einer Fehlentwicklung des Muskels (Levatormuskel), der das Oberlid anheben soll. In seltenen Fällen können Muskelerkrankungen, neurologische Erkrankungen oder Tumore dem zu Grunde liegen. Im Säuglings- und Kleinkindalter kann die Verlegung der Pupille zu einer Amblyopie/Schwachsichtigkeit und einer irreversiblen Sehschwäche führen.

Die häufigste Ursache für eine Ptosis im Erwachsenenalter ist Veränderung des Gewebes im Rahmen des natürlichen Alterns. Auch langjähriges Tragen von Kontaktlinsen kommt als mögliche Ursache in Frage. Weitere Ursachen können vorangegangenen Augenoperationen, schwere Entzündungen oder Unfälle mit massiver Lidschwellug sein. Weiterhin können auch seltene muskuläre und neurologische Erkrankungen (Myotone Dystrophie, Myasthenie) zu einem heranhängendem Oberlid führen. Im Rahmen einer ausführlichen Untersuchung, kann der Operateur im Vorfeld der Operation die Ursache entsprechend evaluieren und die geeignete Operationsmethode auswählen.

Diese Operation wird vor allem bei der angeborenen Form der Ptosis durchgeführt, wenn die Funktion des Lidhebermuskels (Levator) noch gut ist. Hierbei wird zunächst ein Schnitt im Bereich der natürlichen Lidfalte am Oberlid gesetzt. Der sich in der Tiefe befindende Levatormuskel wird aufgesucht und anschließend soweit gekürzt, dass er kräftig genug ist um das Lid über die Pupille zu heben. Die Operation wird bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung und bei Kleinkindern in Vollnarkose durchgeführt.

Diese Operationstechnik eignet sich für die erworbene Ptosis mit einer guten Funktion des Lidhebermuskels (Levator). Die Operation erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung am wachen Patienten. Nach einem Haut- und Muskelschnitt wird der Levatormuskel freigelegt und neu an der Bindegewebsplatte des Oberlides (Tarsus) befestigt. Der Stand des Oberlides wird während der Operation so justiert bis das gewünschte Resultat erreicht ist.

Diese Operation eignet sich bei nur noch sehr schwacher Muskelfunktion zum Beispiel durch eine angeborene Ptosis oder durch eine Hirnnervenlähmung verursachte Ptosis (Okulomotoriusparese). Hierbei wird über mehrere kleinen Inzisionen eine Schlinge unter den Muskel gelegt und mit der Augenbraue verbunden. Die Schlinge wird so angezogen, bis die Position des Oberlides die gewünschte Höhe erreicht. Die kleinen Schnitte werden mit Wundpflaster und Einzelknopfnähte versorgt. Die Operation wird bei Erwachsenen in örtlicher Betäubung und bei Kleinkindern in Vollnarkose durchgeführt.

Der Gesichtsnerv (N. Fazialis) versorgt den Ringmuskel (M. orbicuaris oculi), der um das Auge herumführt. Kommt es zu einer Lähmung dieses Nerven so können verschiedenen Lidfehlstellungen die Folge sein. Es kommt in der Regel zu einer Erschlaffung und herabhängen des Unterlides einem sogenannten Ektropium sowie zu einem nicht vollständigem Lidschluss. Die Patienten klagen über Schmerzen, tränendes Auge und Sehstörungen. Der mangelnde Lidschluss führt zur Austrocknung der Hornhaut mit der Gefahr von Entzündungen und bleibender Sehbeeinträchtigung. Weiterhin kann es auch zu einer Augenbrauenptosis kommen. In der Regel kommt es innerhalb der ersten 6 Monate zu einer spontanen Besserung des Befunden, so dass kein operativer Eingriff notwendig ist. Bei anhaltenden Beschwerden oder der Gefahr eines bleibenden Schadens des Sehorgans, sollten operative Korrekturen dafür sorgen, dass der Augapfel wieder adäquat durch die Lider geschützt wird.

Liegt ein Ektropium vor, so erfolgt wie zuvor beschrieben eine Ektropium Korrektur.
Zur Verbesserung des Lidschlusses kann ein Gewicht zum Beispiel eine Platinkette im Oberlid implantiert werden. Die Platinkette wird über einen Hautschnitt im Bereich der oberen Lidfalte auf die Bindegewebsplatte des Oberlides (Tarsus) befestigt. Durch das Gewicht der Platte kann der mangelnde Lidschluss deutlich verringert werden oder sogar ein kompletter Lidschluss erzielt werden. Wie hoch genau das Gewicht der Platte sein muss, können wir vor der Operation bestimmen.

Beim Vorliegen einer störenden Brauenptosis kann wie zuvor beschrieben eine Hebung der Augenbraue erfolgen.

Blepharochalasis (Schlupflider)

Die Haut verliert im Zuge der natürlichen Alterung an Elastizität und es entsteht ein Hautüberschuß. Im Bereich der Oberlider wird dies als „Schlupflid“ oder Dermatochalasis bezeichnet. Im Bereich der Unterlider als „Tränensack“. In einigen Fällen ist die überschüssige Lidhaut auch etwas verdickt durch Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe, dies wird Blepharochalasis am Oberlid und Festoon am Unterlid benannt.

Ziel der Operation ist es, falls vorhanden Gesichtsfeldeinschränkungen zu beseitigen und das ästhetische Erscheinungsbild zu verbessern und damit ein frisches und jugendlicheres Aussehen wiederherzustellen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Form der Lider eine große individuelle Vielfalt von Variationen zeigt, welche bei der Operation berücksichtigt werden sollten.
Im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgespräches finden wir zunächst heraus was sie persönlich stört, was wir chirurgisch realistischerweise umsetzen können und entscheiden dann gemeinsam welcher Eingriff durchgeführt werden kann.

Eine Oberlid-/Unterlid-Blepharoplastik kann ambulant und unter lokaler Betäubung durchgeführt werden, auf Wunsch ist auch eine zusätzliche Analgosedierung „Dämmerschlaf“ möglich.
Vor dem eigentlichen Eingriff wird der Hautüberschuss mit einem Stift exakt auf der Haut markiert. Üblicherweise wird die natürlich ausgebildete Lidfurche/-falte des Patienten belassen und als operativer Zugang verwendet. Nach der örtlichen Betäubung wird der Hautüberschuss sowie ein feiner Muskelstreifen in viel Feinarbeit mit dem Skalpell entfernt. Etwaige Fettgewebsüberschüsse werden ebenfalls korrigiert bzw. umverteilt. Abschließend erfolgt die feine fortlaufende Naht zum Wundverschluss. Diese Naht wird zusätzlich mit einem Wundpflaster unterstützt.

Nachsorge

In den ersten drei Tagen nach der Operation, nimmt in der Regel die Schwellung zu. Es ist daher sinnvoll die Augenregion vorsichtig zu kühlen. Nach einer Woche werden die Fäden entfernt. In der ersten Woche sollten sie auf sportliche Aktivitäten und Schwimmbad- und Saunabesuche verzichten, um eine Nachblutung oder eine Entzündung zu vermeiden.

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